Mikronährstoffe tracken: Vitamine und Mineralstoffe in der App

Die meisten Kalorienzähler zeigen dir Kalorien und drei Makros. In Pensum siehst du auch Vitamine und Mineralstoffe, und bei jedem Wert, ob er gemessen oder geschätzt ist.

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In einem Kalorienzähler sieht ein Tag schnell vollständig aus, sobald Kalorien und Protein stimmen. Ob du genug Magnesium, Folat oder Vitamin D gegessen hast, zeigt dir die App oft gar nicht, oder nur mit Abo. Um Vitamine und Mineralstoffe zu tracken, brauchst du Daten, in denen sie überhaupt stehen, und eine klare Markierung, wo Werte fehlen oder geschätzt sind.

Warum die meisten Kalorienzähler nur Makros zeigen

In Lebensmitteldatenbanken fehlen Mikronährstoffe viel häufiger als Kalorien. Ein Markenjoghurt nennt auf der Packung Energie, Protein, Kohlenhydrate und Fett und sagt nichts über Magnesium, Folat oder Zink. Besteht eine Datenbank grösstenteils aus Packungsangaben und Einträgen von Nutzern, fehlen die Vitamine deshalb bei vielen Einträgen. Ein Tag, der im Tracker vollständig aussieht, hat dann Lücken, die du nicht siehst.

Was BLS, Schweizer Nährwertdatenbank und USDA pro Lebensmittel liefern

Für Grundnahrungsmittel baut Pensum auf drei nationale Nährwertdatenbanken: den deutschen Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), die Schweizer Nährwertdatenbank und USDA FoodData Central. Ihre Einträge sind handkuratiert direkt in der App, und bei den meisten davon sind zwölf der Vitamine und Mineralstoffe, die Pensum erfasst, vollständig im Labor gemessen. In der Suche stehen Grundnahrungsmittel vor Markenprodukten. Suchst du nach Magerquark, steht der Magerquark oben und die verpackten Varianten darunter.

Insgesamt erfasst Pensum 18 Vitamine und Mineralstoffe, dazu Ballaststoffe, Zucker und gesättigte Fettsäuren. Jeder Suchtreffer zeigt seine Datenbank und wie viele der 18 Werte er enthält, du siehst also schon vor dem Loggen, wie vollständig ein Eintrag ist. Im Tagebuch stehen Vitamine und Mineralstoffe auf denselben Skalen wie deine Makros, gegen deine Tagesziele. Tippst du einen an, zeigt Pensum, aus welchen Lebensmitteln er stammt, jeder Wert markiert als verifiziert, teilweise oder geschätzt. Ausserdem prüft Pensum täglich Ballaststoffe, freien Zucker, gesättigte Fette und Natrium gegen die Referenzwerte von WHO und DGE.

Woher die Lücken kommen: Markenprodukte und Mischgerichte

Markenprodukte bezieht Pensum von Open Food Facts, einer offenen Datenbank mit Millionen Produkten, in der eine aktive deutschsprachige Community laufend neue Produkte einscannt. Die Einträge folgen der Nährwerttabelle auf der Packung, und dort stehen Vitamine nur selten. Fehlt ein Produkt ganz, fotografierst du das Etikett, Pensum liest die Werte und trägt das Produkt bei Open Food Facts ein.

Die zweite Lücke sind Mischgerichte, etwa ein Burrito oder eine Mahlzeit, die du per Foto erfasst. Der Name nennt die Zutaten, ihr Verhältnis hat aber niemand aufgeschrieben. Auch Tage, die du aus einer anderen App importierst, kommen meist nur mit Kalorien und Makros an.

Wie Pensum fehlende Vitamine und Mineralstoffe ergänzt

Fehlen einem Lebensmittel die Mikronährstoffe, ergänzt Pensum sie mit einem Tap, kostenlos. Mit Pensum Plus passiert das beim Loggen von selbst. Zuerst sucht Pensum einen Referenz-Zwilling, also das passende Grundnahrungsmittel aus BLS, Schweizer Nährwertdatenbank oder USDA, für einen Magerquark einer Marke etwa den Magerquark aus der Datenbank. Passen Name und Packungsangaben zum Zwilling, übernimmt Pensum dessen gemessene Werte. Was dann noch fehlt, schätzt die KI aus dem Namen und den Makros des Produkts.

Eine Schätzung überschreibt nie einen gemessenen Wert. Ein bekannter Wert gewinnt immer, auch eine bekannte Null, und die Schätzung liegt getrennt über dem Lebensmittel. Entfernst du sie, ist der ursprüngliche Eintrag wieder genau wie vorher. Auf jedem Balken färbt Pensum den geschätzten Anteil orange und den gemessenen grün, damit du auf einen Blick siehst, wie viel davon gemessen ist. Geschätzte Werte verlassen die App ausserdem nie, weder im Export noch in einem Beitrag zu Open Food Facts.

Welchen geschätzten Werten du trauen kannst

Ich habe die KI-Schätzung an 250 Lebensmitteln aus BLS, USDA und der Schweizer Datenbank geprüft, deren Mikronährstoffe im Labor analysiert wurden. Ich habe ihre Vitamine und Mineralstoffe gelöscht und die KI sie mit genau dem Prompt der App wieder ergänzen lassen. Die Laborwerte dienten als Lösung. Bei einzelnen Zutaten lag die Schätzung im Median 25 Prozent daneben, bei Mischgerichten 33 Prozent. Setzt man einfach den Median des ganzen Katalogs ein, sind es 76 und 69 Prozent. Die KI liegt also rund dreimal näher an den Laborwerten als dieser Vergleichswert.

Mineralstoffe schätzt die KI deutlich besser als Vitamine. Magnesium, Kalium und Zink liegen im Median 15 bis 20 Prozent daneben und sind fast nie grob falsch. Vitamin C liegt im Median 73 Prozent daneben und in mehr als der Hälfte der Fälle um mehr als den Faktor zwei. Der Mineralstoffgehalt hängt vor allem am Rohstoff. Vitamine schwanken mit Sorte, Frische, Lagerung, Zubereitung und Anreicherung, und davon steht im Namen eines Lebensmittels nichts.

Bei Vitaminen schätzt die KI ausserdem systematisch zu tief, im Median bei Vitamin C um 51 Prozent, bei Vitamin D um 44 und bei Vitamin A um 39 Prozent. Für Hagebutten misst das Labor 1045 mg Vitamin C pro 100 g, die KI schätzte 426 mg. Bei Mischgerichten kann der Fehler in die andere Richtung gehen. Bei Hühnerleberpastete aus der Dose schätzte die KI das Vitamin A der Leber und lag rund 25-mal zu hoch, weil Teig, Fett und Füllstoffe den grössten Teil des Produkts ausmachen.

Auf dem Tagesbalken verschiebt eine typische Schätzung den Wert um weniger als einen Prozentpunkt des EU-Referenzwerts, wenn es um ein einzelnes Lebensmittel geht, und um weniger als zwei bei einem Gericht. Etwa jede zehnte Schätzung liegt aber um zehn Punkte oder mehr daneben. Geschätzten Mineralstoffen kannst du also weitgehend trauen. Geschätzte Vitamine zeigen eine grobe Richtung und liegen bei einzelnen Lebensmitteln eher zu tief. Die ganze Auswertung mit allen Tabellen steht auf der Seite zum Mikronährstoff-Benchmark.

Vitamine und Mineralstoffe tracken ohne Premium

YAZIO zählt Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, Zucker und Salz zu den detaillierten Nährwerten, die es nur mit PRO gibt, in Pensum siehst du sie kostenlos gegen deine Tagesziele. Bei Lifesum gibt es Werte wie Natrium und Ballaststoffe nur mit Premium, in Pensum stehen sie im kostenlosen Plan neben 18 Vitaminen und Mineralstoffen. MyFitnessPal stellt das Nährstoff-Dashboard und die Lebensmittelanalyse hinter Premium, in Pensum gehört die Ansicht, aus welchen Lebensmitteln ein Nährstoff stammt, zur kostenlosen App. Die Einzelheiten stehen in den Vergleichen Pensum vs. YAZIO, Pensum vs. Lifesum und Pensum vs. MyFitnessPal.

Willst du sehen, woher deine Vitamine kommen, logge in Pensum einen normalen Tag und tippe danach auf einen Nährstoff, der knapp ist. Wie Pensum aus denselben Einträgen deinen Energieverbrauch misst, erkläre ich im Artikel Kalorienverbrauch messen. Einen Überblick über die App findest du auf der Startseite.


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